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Basierend auf 8 Rezensionen

Welcher Entscheidungstyp sind Sie? (Teil 2)

 

In Teil 2 meines Blogs zu Management Entscheidungen möchte ich Sie mit dem Bedürfnis nach Geschlossenheit vertraut machen und Ihnen aufzeigen, was Sie tun können, um besser mit Ambiguität umzugehen. Sie werden auch besser verstehen, in welche Fallen sie typischerweise bei Entscheidungen kommen können.

 

Menschen können unterschiedlich gut mit Mehrdeutigkeit umgehen

Die Ergebnisse der modernen Sozialpsychologie zeigen, dass Menschen sich darin unterscheiden, wie schnell sie Unsicherheit bewältigen können und wollen, wie groß also ihr Bedürfnis nach Geschlossenheit ausgeprägt ist. Es war der Sozialpsychologe Arie Kruglanski, der sich erstmals 1994 mit dem Konzept des „need for cognitive closure“ (zu Deutsch „Bedürfnis nach Geschlossenheit“) beschäftigt hat.

Eine weitere Erkenntnisse der modernen Sozialpsychologie: gerade wenn die Verhältnisse um uns herum hektisch, unruhig und stressig sind, steigert das unser Bedürfnis nach Geschlossenheit. Dieses Bedürfnis nach Geschlossenheit zeigt sich darin, dass Menschen nicht auf ein bestimmtes Ergebnis warten können und es nicht aushalten, bei einem Problem ohne Lösung dazu stehen. Dabei kommt es zu typischen Urteils- und Entscheidungs-Fehlern.

 

Manager fühlen sich unwohl, wenn Sie nicht entscheiden können

Viele Manager in Organisationen fühlen sich unwohl, wenn Produkt-, Projekt- oder Investitions-Entscheidungen (Managemenent Entscheidungen) offen gehalten werden. Das kann aber angesichts der Informations- und Umfeld-Situation angemessen sein  und vor übereilten Entscheidungen schützen.

Unabhängig von Management Audits bzw. Assessments gibt es inzwischen auch Fragebögen, die zeigen, wie unangenehm uns unklare Situationen sind (z.B. A. Roets, A. van Hiel: 15 item version of the need for closure scale.  Personality and individual differences, 50, 2011). Der Fragebogen von Roets und van Viel umfasst 15 Items und ist auch zum Selbsttest geeignet.

Da die Märkte in den kommenden Jahren eher noch unsicherer und volatiler werden, tun Sie gut daran, sich auf die zunehmende Unsicherheit einzustellen.

 

Was können Sie unternehmen, um besser mit Ambiguität umgehen zu lernen?

  • Sich mit dem Konzept von Ambiguität bewusst auseinander setzen
  • Gezielt neue und unbekannte Situationen aufsuchen
  • Gewohnheiten erkennen und bewusst anders handeln
  • Geduld für eine Problemlösung in Situationen aufbringen, in denen Sie bislang mit einer schnellen Entscheidung reagiert hätten
  • Keine einfachen Entscheidungen anstreben, Stereotype als solche entlarven
  • Sich immer wieder auf Notfall-Situationen vorbereiten

Entscheidungen im Management sind heute mehr denn je Entscheidungen unter Zeitdruck und unter Unsicherheit. Um die Qualität Ihrer Management-Entscheidungen zu verbessern sollten Sie lernen, mit der Unsicherheit umzugehen und diese auszuhalten. Nutzen Sie dafür die o.g. Maßnahmen.

 

Die eigenen „Fallen“ bei Entscheidungen kennen

Führungskräfte, die vor Entscheidungen stehen, sollten sich selbst reflektiert haben. Sie sollten Ihre eigenen Fallen / Urteils-Verzerrungen kennen. Eine wesentliche Falle betrifft die Frage der Schnelligkeit Ihrer Entscheidung:

  • Neigen Sie dazu, sich schnell und spontan festzulegen?
  • Oder tendieren Sie dazu, Entscheidungen aufzuschieben und zu verschleppen?

Eine andere wesentliche Falle betrifft die Frage der Dominanz oder Unterordnung:

  • Passen Sie sich eventuell zwanghaft an? Achten Sie zu wenig auf die Ziele Ihrer Abteilung?
  • lehnen Sie sich zu schnell auf und wollen anders sein?

Weitere Fallen betreffen Fragen nach „Heldentum“ / Wunsch nach Bewunderung oder Gefühlen von Unsicherheit / Minderwertigkeit. Auch diese gefühlsmäßigen Regungen können Ihre Entscheidungen beeinflussen. Manchmal bewusst manchmal eher unbewusst.

Als Business Coach helfe ich Ihnen, Ihre persönlichen Fallen zu erkennen, in den jeweiligen Situationen wahrzunehmen und gegenzusteuern. In meiner Coaching Arbeit stelle ich immer wieder fest, dass es Managern hilft, sich mit ihren persönlichen Mustern / Fallen auseinanderzusetzen und sie so perspektivisch entspannter Entscheidungen fällen können.

 

Entscheidungen treffen in persönlichen Krisensituationen

Was aber ist zu tun, wenn Sie sich als Manager in einer persönlichen Krisensituation befinden? Die Krise zeigt sich vielleicht in körperlichen Symptomen wie Schlaflosigkeit, Nervosität oder auch in negativen Gefühlen wie Verzweiflung oder Wut. Wie sollten Sie in einer Krise mit wichtigen Entscheidungen umgehen? Wenn Sie mitten in einer persönlichen Krise stecken, sollten Sie keine wesentlichen Entscheidungen fällen. Meine Erfahrung als Business Coach zeigt: wer nicht gut im Kontakt mit sich selbst ist, wird sich auch mit unternehmerischen Entscheidungen schwertun.

In einer solchen Phase sollten Sie sich als erstes bemühen, aus der Krise herauszukommen, bevor sie schwerwiegende Entscheidungen treffen. Um die Krise zu bewältigen, kann es sinnvoll sein, zunächst eine begrenzte Auszeit zu nehmen. Viele Unternehmen unterstützen heute Zeiten von „Sabbaticals“. Manchmal hilft dieser Abstand zur Situation/zum Objekt, um entspannter und mit neuen Ideen auf die Entscheidungsalternativen zu schauen.

 

Kriterien Ihrer unternehmerischen Entscheidung

Wesentliche Management Entscheidungen sind nach meiner Erfahrung sowohl Verstandes- als auch Herzensangelegenheiten, selbst wenn das viele Manager nicht wahrhaben wollen. Um die rationale Seite einer Entscheidung zu prüfen, hat sich der Einsatz einer Nutzwertanalyse (gewichtete Kriterien-Matrix vergleiche auch https://de.wikipedia.org/wiki/Nutzwertanalyse ) bewährt. Zunächst gilt es im Rahmen von Interviews, Brainstorming, eigenen Erfahrungen die wesentlichen Kriterien und deren Gewichtung zu ermitteln. Anschließend sollten Sie die wesentlichen Alternativen, die zur Wahl stehen, herausarbeiten.

Was tun, wenn Sie zur Entscheidungsschwäche neigen?
  • Arbeiten Sie an Ihren persönlichen Fallen (siehe oben)!
  • Erwarten Sie von sich keine komplett richtige Entscheidung. Diese gibt es nicht und keiner von uns kann in die Zukunft sehen.
  • Manches müssen Sie ausprobieren, um festzustellen, ob es sich um eine passende Entscheidung handelt. Das ist nicht schlimm.
  • Machen Sie sich klar, welche Konsequenzen die letzte „Fehlentscheidung“ wirklich hatte – ging davon die Welt unter?

Als Business- und Führungskräfte-Coach unterstütze ich Sie gerne dabei, an Ihrem Entscheidungsverhalten zu arbeiten. Gemeinsam trainieren wir, wie Sie bei wesentlichen Management Entscheidungen in Zukunft vorgehen können. Nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Ich freue mich auf den Dialog mit Ihnen.

 

Herzlichst

Ihr

Hans-Georg Lauer

Coaching und Consulting Hans-Georg Lauer
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